Weekend trip to Melbourne


So ein Wochenendausflug nach Melbourne wär doch mal was, oder? Fanden zumindest Anna und ich und haben das letzte verlängerte Wochenende genutzt um mal etwas neues zu sehen. Laut meinem Gastpapa hab ich ja in Canberra schon alles sehenswerte abgegrast. Ich denke aber, ich werde auch hier noch einiges entdecken.


Aber zurück zu dem vergangenen Wochenende. Mal eben nach Melbourne mit dem Bus, bitte, liebes Internet. Auf der Karte sieht es ja so aus, als würde Melbourne praktisch um die Ecke liegen. So wie etwa Leipzig und Berlin. Tja, in Australien sieht das da ein klein wenig anders aus. Die Entfernung zwischen Canberra und Melbourne ist in etwa gleich zusetzten mit der von Kiel und München. Da merkt man dann erstmal wie klein Deutschland ist und wie riesengoß Australien. Ich meine 8 Stunden Bus fahren und sich auf der Karte nur gefühlt 2 Millimeter bewegen. Das ist doch mal was. 


Natürlich hat unser ursprünglicher Plan nicht funktioniert, so mit Freitag Nacht starten und Samstag früh ankommen. Warum? 2 Gründe: Erstmal war unser Trip eher spontan als bis ins kleinste Detail geplant und als wir dann endlich den Bus buchen wollten, war dieser schon ausgebucht. Aber das hat uns natürlich nicht abgehalten. Schnell, die Gasteltern gefragt, ob man den Freitagnachmittag frei kriegen könnte und schwuppdiwupp haben wir den Bus früher gebucht und waren dann auch schon Freitag Nacht da. 
Der zweite Grund warum, wir den Bus nicht mehr gekriegt haben, ist, dass am besagten Wochenende das Grand Final im Australian Football in Melbourne stattfand und da natürlich viele Fans hingereist sind. 


Aber so konnten wir eben eine Nacht länger bleiben und schon gleich zu Beginn uns Melbourne bei Nacht angucken. Ich war ehrlich gesagt ziemlich überwältigt von der schieren Größe Melbournes. Kulturschock für das Dorfmädchen, was jetzt in der Buschhauptstadt lebt, also mit solchen Metropolen nie wirklich viel zu tun hatte. Klar habe ich auch schon Berlin, London und Paris gesehen, aber Melbourne hat mich erstmal umgehauen. 

Tausende Menschen, die da Freitag Nacht durch die Straßen ziehen. Als Mädchen vorzugsweise mit nahezu nichts außer High Heels. Und ein Getümmel vor dem Southern Cross Bahnhof als wär das der Nabel der Welt. Irre. 
Nach ein paar Orientierungsschwächen unsererseits haben wir dann doch endlich mal kurz vor 12 unser Hostel gefunden und konnten "einchecken", eigentlich ein viel zu hochtrabendes Wort für Rucksack abstellen im Zimmerchen halb so groß wie mein Kinderzimmer, aber für 4 und mit nichts als 2 Doppelstockbetten drin und 3 Regalbretter. Aber egal, es war das billigste und für 3 Nächte war das voll in Ordnung. Campingurlaube und Festivals haben einen ja gut abgehärtet.


Samstag früh haben wir erstmal erfolgreich unsere Zimmergenossen genervt, denn dass wir halb 9 aufstehen, damit hatten sie wohl eher nicht gerechnet. Aber wen sowas stört, der kann sich ja auch ein Hotel suchen. 

Nach einem leckeren (wirklich!) Frühstück für 3$ im Seven Eleven ging es dann für Anna und mich auf große Erkundungstour durch Melbournes Innenstadt. Angefangen mit der Touri-Information am Federationsquare, wo wir erstmal jeden Flyer mitgenommen haben, den es gab, ging es weiter zu den mehr oder weniger berühmten Graffiti-Gassen ganz in der Nähe. Als wir den Tipp durch Facebookgruppen gekriegt haben uns das anzugucken, hatten wir noch die Einstellung "Jaja, was soll daran so toll sein. Vielleicht wenn wir noch Zeit haben." Doch das änderte sich schnell. Die gesamte Gasse war voller Graffiti vom ersten Mauerstein über alle Müllcontainer bis zum Dach. Und nicht nur mal so ein Rumgesprühe,wie man das in den Kleinstädten Deutschlands sieht, sondern richtige Kunstwerke. 



Von da aus sind wir erstmal immer der Nase nach, mal gucken, was sich so findet. 
Das Coole an Melbournes City ist, dass dort die kostenlose Tram "City Circle" Nr. 35 fährt, die einen bequem zu allen Sehenswürdigkeiten bringt. Sie verbreitet auch gleich einen süßen Charme, denn als älteste Tram der Stadt fahren natürlich auch nur die ganz alten, schnuckligen Straßenbahnen mit nur einem Waggon. 


Aber auch außerhalb der Innenstadt, entlang des Flusses gibt es viel zu sehen und zu bestaunen. Zum Beispiel die Plakate für's Oktoberfest, Munich Brauhaus und Mädels im Dirndl. Ja, die Australier scheinen dieses Event zu lieben. 
Doch was natürlich JEDES Mädchen in Melbourne gesehen und besucht haben muss, ist ... der EINZIGE H&M in ganz Australien. Letztes Jahr eröffnet, war in diesem 2-3 Etagen (auf der Tafel stand 3, wir haben nur 2 entdeckt) natürlich Massenauflauf. In etwa so wie im Primark in Deutschland. Deswegen haben wir es dort auch nicht so lange ausgehalten, denn wer möchte schon bei jedem Schritt angerempelt, in jedem Gang umgerannt werden. Fündig geworden sind wir natürlich trotzdem ;)


Abends ließen wir es uns dann nicht nehmen eine halbe Stunde im Melbourne Star  Observation Wheel zu fahren und die Stadt bei Dämmerung und Abendlicht ein wenig von oben zu bestaunen. 
Doch auch das Nachtleben haben wir uns natürlich nicht nehmen lassen. Im Starbucks wurde Google strapaziert nach angesagten aber bezahlbaren Bars oder Clubs in der Nähe und letztendlich sind wir in einer total coolen Rooftop Bar gelandet. Corona Bier für 9$ kann man sich ja mal gönnen. 

Da uns das Riesenrad nicht hoch genug war, sind wir Sonntag mittags als erstes gleich hoch auf das Eureka Skydeck gefahren. 88 Stockwerke in nur 44 Sekunden mit dem Fahrstuhl. Und bäähm, die Türen öffnen sich und man schaut erstmal auf das Meer. Sagenhaft. Ganz Touri-mäßig ging es dann mit ganz viel "Wooow", "Ist das geil." und "Krass, guck mal." eine Runde durch die verglaste Etage und Melbourne hat sich von seiner besten Seite gezeigt. Allgemein hatten wir das Wochenende viel Glück mit dem Wetter, die Wochen davor war es wohl eher kühl, aber wir konnten uns mindesten 25°C erfreuen. 
Doch leider konnten wir trotzdem nicht wie geplant den gesamten Nachmittag am Strand von St. Kilda verbringen, denn es war so windig, dass der Sand nur so um unsere Knöchel pfiff und an lange rumliegen nicht zudenken war. 


Dafür gab es dann abends lecker Cocktails für ein Schnäppchenpreis von 16$ (>.<) und Kino ohne Popcorn, da es in Australien nur gesalzenes gibt. Wer isst sowas?!

Montag hieß es dann erstmal wieder Zimmergenossen nerven, denn wir mussten bis 10.00 raus sein und noch Tasche packen usw. Sie haben schön auf italienisch losgewettert, whatever. 
Dann ging es noch mit einer Freundin von Anna ins Sealife Aquarium, wo wir pünktlich zur Krokodilfütterung da waren und nun wirklich Respekt vor diesen aggressiven Reptilien haben. So mit im See baden wird das hier wohl eher nichts. Aber man muss hier ja leider überall vorsichtig sein, egal ob im Wasser oder am Land. 
Um noch ein bisschen Kultur mitzunehmen haben wir uns anschließend auf den Weg zu den Royal Botanic Gardens gemacht, aber letztendlich haben wir dort nur gechillt und das schöne Wetter genossen. 


20.00 ging es dann schon wieder gen Heimat, in der wir dann nachts um 4.00 angekommen sind. Und nur noch in unsere Betten gefallen sind.

Kommentare:

  1. Die spontansten Trips sind zwar chaotisch aber doch immer noch am besten :)

    Die Bilder mit der Grafitti-Straße finde ich am genialsten! Ich liebe solche Locations! Und es ist schade, dass sich das in Deutschland noch nicht durchgesetzt hat. Das würde so manch einer Stadt echt gut tun!

    Lieben Gruß ♥

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    1. Das seh ich genauso :)
      Dankeschön :)
      Vielleicht wird es ja irgendwann mal sowas auch in Deutschland geben.

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